Aktuelle Meldungen

Mitgliederversammlung verschoben

Auf Beschluss des Vorstandes wird die für den 12. November 2020 geplante Mitgliederversammlung, pandemiebedingt auf unbestimmte Zeit verschoben.

Wir bitten um Verständnis

Tagung der FLK am 24.9.20 gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus

Die FLK hat am 24.9.20 einer Verlegung des für Kleineichen entscheidenden Abdrehpunkts DK034 um 0,2 NM (ca. 370 m) Richtung Köln (Rath-Heumar) zugestimmt. Diese Entscheidung bezieht sich jetzt – anders als in einem früheren Entscheid – auf alle Flugzeugtypen unter 98 Tonnen maximales Startgewicht (MWTO). Damit wird zunächst der Abflug der für Kleineichen schwierigsten und häufigsten „Krachmacher“ (neben Airbus vor allem die sehr vielen Boeing der 737-Serie) wieder um knapp 400 m von Kleineichen weg verlegt. Die schwereren Maschinen (über 100 Tonnen Startgewicht) fliegen nach den vorliegenden Auswertungen im Schnitt bereits jetzt meist jenseits der Mitte näher an Rath-Heumar heran. Die Wirkungen der Entscheidung im einzelnen müssten ab Februar zu bemerken sein und sind dann genau weiter nachzuverfolgen. Die IG Fluglärmschutz Kleineichen wird dran bleiben , denn sie  erwartet mindestens für die Flugzeuge der Airbus-Familie noch Nachbesserungsbedarf. Zudem bleibt ein intensiver Kontakt zur DFS bestehen. Denn auf Sicht soll das letztlich zum exakt und stabil mittigen Königsforstüberflug führende Radius-to-fix-Verfahren sichergestellt werden.

Ergebnisse der Kommunalwahl 2020 und ihre Konsequenzen

Bürger(meister) gegen den Nachtflug

Die Kommunalwahlen 2020 liegen hinter uns – mit teils überraschendem Ausgang, aber mit erfreulichen Perspektiven für uns als Nachtfluggegner.

In allen Rathäusern entlang der sogenannten Königsforstroute, also der Städte Bergisch Gladbach, Overath und Rösrath sowie der Gemeinde Kürten sitzen nun erklärte Gegner des Passagiernachtflugs und Unterstützer unserer Initiative „Köln-Bonn 2030“. (siehe hierzu die Antworten auf unsere Befragungen).

Doch nicht nur im Rheinisch-Bergischen Kreis, sondern auch in anderen Rathäusern rund um den Flughafen Köln/Bonn gab es aus unserer Sicht positive Ergebnisse. So schaffte es die Vorsitzende der Fluglärmkommission, Claudia Wieja, auf den Chefsessel im Lohmarer Rathaus.

Tabelle

Nun sollte der nächste Schritt zügig folgen: der Zusammenschluss aller vom nächtlichen Fluglärm betroffenen Kommunen, um den Dialogprozess Köln/Bonn 2030 anzustoßen. Das gemeinsame Minimalziel: Eine vorzeitige Verlängerung der Nachtfluggenehmigung über das Jahr 2030 hinaus muss verhindert werden!

Kandidatencheck für die Stichwahl zum Bürgermeisteramt in Rösrath am 27.9.2020.

Kölner Stadtanzeiger vom 22.9.20

Der amtierende Bürgermeister Marcus Mombauer spricht sich eindeutig für eine sofortige Einstellung des Passagiernachtfluges und eine Verlagerung des nächtlichen Frachtfluges in die Tagesrandzeiten aus. Eine Position die u.a. den Forderungen des BV flsr entspricht.

Nachtflug-Talk mit dem Spitzenkandidaten der Grünen für das Bürgermeisteramt in GL am 2.9.20 ein voller Erfolg

Der Nachtflug-Talk zum Fluglärm-Hotspot “Königsforstroute”, veranstaltet von den Grünen aus Bergisch Gladbach wird trotz der coronabedingt kurzfristigen Einladung zum  Erfolg.

Daran teil nahmen der grüne Landtagsabgeordnete Horst Becker, der Ampelkandidat für das Amt des Bürgermeisters Frank Stein,  der Vorsitzende des Kreisverbandes der Grünen  Maik Außendorf, der stellvertr. Landrat Friedhelm Weiß sowie ca 60 vom Nachtfluglärm betroffene Bürger u.a. die Initiative “Bürger gegen den Nachtflug”.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier

Lärmschutzgemeinschaft Köln/Bonn (LSG) schließt sich der Initiative „Bürger gegen den Nachtflug“ an

Die Lärmschutzgemeinschaft Köln/Bonn (LSG) schließt sich der Initiative „Bürger gegen den Nachtflug“ und dem geplanten Dialogprozess „Köln/Bonn 2030“, zwischen den umliegenden Kommunen einerseits und den Anteilseignern des Flughafens und dem Land NRW andererseits, hinsichtlich einer möglichen Nachtfluggenehmigung, an. Insgesamt werden 21 Bürgermeisterkandidaten aus 14 Kommunen angeschrieben.

Der BV flsr wertet dies als weiteren Etappensieg!

Bericht des Kölner Stadtanzeiger vom 29.8.2020: “Fluglärmgegner fordern Stellungnahme”

Bericht des KSTA über erste Ergebnisse der Aktion "Bürger gegen den Nachtflug"

Nachtflug-Talk im Stadtgarten Bensberg am 2.9.2020

20:00 Uhr, Die Grünen Bergisch Gladbach laden ein. Frank Stein und MdL Horst Becker nehmen teil. Nachtfluggegner bitte teilnehmen!!             Lesen Sie die Presseveröffentlichung

Fluglärm in Köln

Der KSTA führt derzeit Podiumsdiskussionen mit den Bewerbern auf den OB-Posten durch. Am 24.8. duellierten sich die beiden ausichtsreichsten Kandidaten Henriette Reker und Andreas Kossiski u.a. zum Thema Fluglärm. Hier das Video, Gesamtlänge ca 2 h, Nachtflug ab 1:27:30.

Bürgermeisterkandidaten antworten auf Offenen Brief der Initiative "Bürger gegen den Nachtflug" des BV flsr

Die Anworten von 12 der 15 angeschriebenen Bürgermeisterkandidatinnen und Kandidaten liegen vor. Alle unterstützen den von der Initiative “Bürger gegen den Nachtflug” geforderten Dialogprozess (Köln/Bonn 2030), dessen Ziel es ist, einen ausgewogenen Kompromiss zwischen den Interessen der Anwohner und den wirtschaftlichen Interessen des Flughafens, für eine mögliche Verlängerung der Nachtfluggenehmigung ab 2030, zu erreichen. Die Gewichtungen der einzelnen Positionen unterscheiden sich jedoch deutlich.

Geantwortet haben folgende Kandidaten (nach dem Datum des Eingangs)

Stein, Frank, Bergisch Gladbach

Weigt, Jörg, Overath

Heider, Willi, Kürten

Engels, Klaus, Kürten

Beer, Marc, Kürten

Mombauer, Marcus, Rösrath

Mau, Dirk, Rösrath

Büscher Andrea, Rösrath

Nicodemus, Christoph, Overath

Schulze, Bondina, Rösrath

Schöpf, Günther, Bergisch Gladbach

Buchen, Christian, Bergisch Gladbach

Damit Sie für die anstehende Kommunalwahl den für Sie geeignesten Kandidaten/in auswählen können, hier die Antworten im Originaltext ohne An-und Schlussrede.

BV flsr und IG Kleineichen fordern sofortige Rückverlegung des Flugverkehr auf die Konsensroute aus 2008

In einem Treffen am 6.8.2020  in Anwesenheit der Deutschen Flugsicherung (DFS), des Lärmschutzbeauftragten der Bezirksregierung Düsseldorf, des Flughafens Köln/Bonn, der Vorsitzenden der Fluglärmkommission, der Fraktionsvorsitzenden von CDU, Die Grünen, SPD und FDP, des Lärmschutzbeauftragten der Stadt Rösrath, der IG Kleineichen und des BV flsr unter der Moderation des Bürgermeisters der Stadt Rösrath, fordern die Fluglärmgegner eine sofortige Rückverlegung des Flugverkehrs auf die Konsensroute aus 2008, die mittig über dem Königsforst liegt.

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200804_KSTA_Gegen Verlängerung in der Nacht

Bericht des Kölner Stadtanzeiger über die Initiative “Bürger gegen den Nachtflug” vom 4.8.2020

BV flsr unterstützt Initiative: Bürger gegen den Nachtflug

Der BV flsr und zahlreiche vom Nachtfluglärm betroffene Bürger aus Bergisch Gladbach, Kürten, Overath und Rösrath, starten die Initiative „Bürger gegen den Nachtflug“.

Die frühere, bis 2015 geltende Nachtflugregelung wurde vom damaligen Verkehrsminister NRW, Oliver Wittke (CDU) im Handstreich bereits im Jahr 2008, also 7 Jahre vor Ablauf, bis zu Jahr 2030 verlängert. Das Schutzbedürfnis der Bürger vor Nachtfluglärm blieb dabei unberücksichtigt. Das Parlament, die betroffenen Kommunen, die Fluglärmkommission und Umweltverbände wurden unzureichend bzw. gar nicht beteiligt.

Zu befürchten ist deshalb, dass schon jetzt seitens der Landesregierung, des Flughafens, der Anteilseigner und der Fluggesellschaften Bestrebungen bestehen, die Nachtflugregelung über das Jahr 2030 hinaus, so früh wie möglich unverändert zu verlängern. Und dies dann ohne Berücksichtigung der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse der Lärmwirkungsforschung (Prof. Basner, Prof. Greiser, Prof. Münzel, HEYNA-Studie, sowie der gesundheitsschädigenden Wirkung durch Feinstaub (Prof.Köhler).

Die Berücksichtigung dieser  wissenschaftlichen Studien würden zwangsläufig zu Einschränkungen im Nachtflugbetrieb führen.

Wir sehen daher dringenden Handlungsbedarf

Die Initiative hat die Vision alle Kommunen entlang der sog. Königsforstroute für eine gemeinsame Aktion Köln/Bonn 2030 zusammen zu führen. Ziel dieser gemeinsamen Aktion soll es sein, direkte und/oder  unter Beteiligung der Fluglärmkommission mit der Landesregierung, den Anteilseignern des Flughafens und ggf. den Carriern Gespräche  zu führen, um so eine für beide Seiten verträgliche Lösung einer Verlängerung der Nachtfluggenehmigung ab 2030 zu erreichen.

Hierzu hat die “Initiative gegen den Nachtflug” alle potentiellen Bürgermeisterkandidaten der obigen Kommunen angeschrieben Ihre Position zu diesem Thema öffentlich zu machen (siehe “Offener Brief”). Nach der Kummunalwahl im September beabsichtigt die Initiative auch die Kommunen von Lindlar und Engelskirchen und ggf. weitere in den Dialog einzubinden.                           Stand 3.8.2020

Neues aus der Fluglärmkommission FLK (Stand Juli 2020)

Die der nach dem Luftverkehrsgesetz zur Beratung der Landesregierung agierenden Fluglärmschutzkommission am Flughafen KölnBonn zu deren Sitzung am 10.03.2020 vorgelegten Zahlen für 2018 und 2019 bestätigen die bisherigen Trends.
Von 2018 auf 2019 sind die Jahresdauerschallpegel an 14 von 17 Fluglärmmessstellen gestiegen.
Dabei wurden 2019 insgesamt 1.822 (!) ‚extrem laute nächtliche Fluglärmereignisse‘ gemessen, mit zusammen 61% hauptsächlich verursacht von Maschinen des Typs MD11 und der Boeing 747-400 bzw. 747-800, die jeweils im Frachtverkehr eingesetzt werden.

Womit wir beim Frachtverkehr und dem Nachtflug angekommen sind.
Seit 2013 ist KölnBonn der deutsche Flughafen mit den meisten Nachtflugbewegungen.
2018 wurden am Flughafen KölnBonn 16% mehr Nachtflüge abgewickelt als in Leipzig, 20% mehr als in Frankfurt, 56% mehr als in München und 78% mehr als in Düsseldorf.
Insgesamt waren es 43.753.
Dabei betrafen 16.281 Flugbewegungen (durchschnittlich 45 pro Nacht, in Ferienzeiten deutlich mehr) den Passagierflug mit ganz überwiegend Flugzielen in Spanien und der Türkei.
Seit 2014 ist eine Steigerung der Passagierflüge über Nacht von 23% und während der Kernruhezeit von 00.00-05.00 Uhr sogar um 33% festzustellen.

Die von der Deutschen Flugsicherung (DFS) der Fluglärmschutzkommission für den Flughafen KölnBonn vorgelegte Auswertung zu Winddaten und Betriebsrichtung ist zur Beurteilung der ‘Lärmverteilung durch Wahl der Betriebsrichtung’ vollkommen unbrauchbar.
Es sollte selbstverständlich sein, dass bei Windstärken über 5 Knoten gegen den Wind geflogen wird, alles andere wäre sicherheitstechnisch nicht vertretbar und bedurfte keiner besonderen Auswertung.
Wichtiger wäre eine Beantwortung der Frage, wie die Wahl der Betriebsrichtung bei Windstärken unter 5 Knoten oder bei Windstille erfolgt.
Der hierzu von der DFS gewählte ‚Zeitrahmen‘ von 24 Stunden am 26.10./27.10.2019 kann nicht ernsthaft für eine seriöse Analyse herangezogen werden.

Eine aufgabengerechte Auswertung müsste einen deutlich größeren Zeitraum umfassen.
Zu Recht fordern die Vertreter der Städte Overath und Rösrath in der FLK eine neue Auswertung der DFS über einen Zeitraum von nunmehr 3 Monaten.

 Zur Problematik der Festlegung einer Betriebsrichtung siehe den Artikel
„Betriebsrichtung – Anspruch und Wirklichkeit“

 Hinweis auf FedEx-Flug am 30.06.2020

Zur Lösung der speziellen Problematik der Königsforstroute und der vorgeblich aus sicherheitstechnischen Gründen erforderlichen Verlegung der Abflugroute Richtung Kleineichen wurden von der DFS und vom Vertreter der Bezirksregierung nur inakzeptable Vorschläge vorgetragen.
Eine Beschlussfassung wurde erneut vertagt.
Voraussichtlich wird diese insbesondere für Kleineichen, in der Folge aber auch für Forsbach untragbare Routenverlagerung gerichtlich zu klären sein.

 BV flsr unterstützt Bürgerantrag der IG Kleineichen

Der Behebung von Schäden durch Wirbelschleppen landender Flugzeuge über Rambrücken
wurde eine Absage erteilt.
Herr Vanneste, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen KölnBonn GmbH, führt aus, dass die Schäden durch Wirbelschleppen äußerst seltene Vorfälle seien und dass „aufgrund der defizitären Lage des Flughafens keine Finanzierung von Klammerungen von Dachziegeln auf Kosten des Flughafens möglich sei“!?

BVF Bundesvereinigung gegen Fluglärm e.V.

Überlegungen für eine nachhaltige Luftverkehrspolitik nach der Corona-Pandemie (April 2020)

E-Mail: geschaeftsstelle@fluglaerm.de Website: www.fluglaerm.de

Vorbemerkung

Die wichtigste Erkenntnis aus der andauernden Corona-Pandemie ist, dass unser Leben in einer globalen, mobilen und auf Effizienzsteigerung ausgerichteten Welt äußerst verletzlich ist. Wir sollten uns nicht der falschen Erwartung hingeben, dass wir unsere „alte Welt“ wieder zurückerhalten, sondern lernen, wie wir besser mit den Gefährdungen umgehen können, die unsere Wirtschafts- und Lebensweise hervorbringt und wie wir deren Risiken systematisch reduzieren können.

Es ist ein Irrtum zu glauben, die Risiken, die unserer Fortschritts-, Wachstums- und Konsummodell hervorbringt, ließen sich durch technische oder medizinische Lösungen aus der Welt schaffen. Sowohl die Infektionsgefahren von Viren sind Teil unseres Lebens, wie auch die von Jahr zu Jahr zunehmenden Auswirkungen der Klimakatastrophen.

In diesem Sinne verstehen wir auch die Stellungnahme der Nationale Akademie Leopoldina zur Coronavirus-Pandemie als Aufruf zu einem Richtungswechsel: „Angesichts der tiefen Spuren, welche die Coronavirus-Krise hinterlassen wird, vor allem aber wegen der mindestens ebenso bedrohlichen Klima- und Biodiversitäts-Krise kann es nicht einfach eine Wiederherstellung des vorherigen Status geben. Nicht zuletzt gilt es, aus den Erfahrungen mit der Coronavirus-Pandemie und ihren Ursachen Lehren für die Zukunft zu ziehen. Die generelle Zunahme der Bevölkerung, Urbanisierung und globale Mobilität, die Vernichtung und Ab- nahme der Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen durch Landnutzungsänderungen und der Klimawandel tragen wesentlich zum Ausbruch von Epidemien und Pandemien bei.“ (Leopol- dina. Nationale Akademie der Wissenschaften, 13. April 2020, S. 16)

Mit diesem Papier will die Bundesvereinigung gegen Fluglärm e.V. (BVF) einen Beitrag für eine notwendige Debatte über eine neue Luftverkehrspolitik leisten, die ein Teil einer nachhaltigen Mobilitätswende sein soll. Sie teilt die Auffassung der Nationalen Akademie, dass es jetzt an der Zeit ist, die Weichen für Nachhaltigkeit zu stellen. In der Stellungnahme der Aka- demie heißt es: „Alle politischen Maßnahmen, die nicht der unmittelbaren Rettung von Unternehmen dienen, müssen sich auf nationaler wie internationaler Ebene an dem Prinzip der Nachhaltigkeit orientieren. … Der Aufbau einer klimafreundlichen Wirtschaft und eine kon- sequente Mobilitäts- und Landwirtschaftswende setzen wesentliche Impulse für Innovation und Wachstum.“ (Leopoldina. Nationale Akademie der Wissenschaften, 13. April 2020, S. 17)

Luftverkehr muss Wachstumskurs verlassen
Der Luftverkehrssektor erfüllt in keiner Weise die Erfordernisse der Nachhaltigkeit. Weder seine Geschäftsmodelle, noch seine Entwicklungsziele sind mit den Anforderungen einer klimafreundlichen Wirtschaft und einer gesunden Umwelt vereinbar.
  • Der Luftverkehr ist für 5-8% der globalen Klimawirkungen Zwischen 2014 und 2017 sind die Umweltbelastungen durch den Luftverkehr in Europa enorm gestiegen. Wie der European Aviation Environmental Report 2019 zeigt, sind:

▬Die CO2- Emissionen um 10%,

▬Die NOX- Emissionen um 12%,

▬Die Zahl der Menschen, die innerhalb des Lden 55 dB-Korridors leben um 14% gestiegen. (European Environment Agency, 2019)

  • In der Corona-Krise werden die strukturellen Fehlentwicklungen der Luftverkehrswirtschaft der vergangenen Jahre schlagartig sichtbar:

 ▬Geschäftsmodelle, die zu Lasten der Umwelt und der Gesundheit der Anwohner gehen und die   auf der Ausbeutung der Beschäftigten beruhen;

▬Luftfahrtgesellschaften, die nur überleben können, weil sie subventioniert werden und nur einen geringen Teil der Kosten der Umweltbelastung tragen müssen;

▬Eine Flughafeninfrastruktur, die oftmals subventioniert wird und ihre Kosten durch den Non-Aviation-Bereich deckt. Insgesamt sind die heute vorhandenen Kapazitäten zu groß.

  • Die vor der Corona-Krise erwarteten Entwicklungen des Luftverkehrs gehen von Wachstum aus

 ▬Nach dem Prognosemodell des DLR soll sich die Zahl der Flugpassagiere bis 2040 weltweit verdoppeln (DLR, Dezember 2019);

▬Die Zahl der Flugbewegungen soll global um jährlich 4% wachsen.

Ein solcher Wirtschaftssektor ist nicht nachhaltig! Als Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft und zur Verwirklichung der Klimaziele von Paris muss der Luftverkehr weltweit, in Europa und in Deutschland den bisherigen Wachstumskurs verlassen und in den Sinkflug übergehen.

  • Der Luftverkehr und die Tourismusbranche sind durch die Corona-Krise mit am Stärksten Ihre Erholung wird nach Expertenauffassung Jahre dauern und mit strukturellen Veränderungen einher gehen. Deshalb sollte die Situation genutzt werden, um die Branche in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung auszurichten. Die Europäische Union und die Mitgliedsstaaten haben jetzt die Chance dazu.
Überlegungen für eine nachhaltige Luftverkehrspolitik
1.   Jeder Verkehrsträger muss die von ihm verursachten Kosten der Umwelt- und Ge-    sundheitsbelastung selbst tragen.

Um dieses Ziel für den Luftverkehr zu erreichen, müssen folgende Maßnahmen auf europäischer Ebene umgesetzt werden:

▬Streichung aller Subventionen für die Fluggesellschaften und Flughäfen sowie Beseitigung von Incentive- und Rabattprogrammen;

▬Erhöhung der Abgaben auf den Luftverkehr, um die von ihm verursachten gesellschaftlichen Schäden durch Lärmemissionen zu kompensieren;

▬Einbeziehung des Luftverkehrs in das System der CO2-Bepreisung und vollständige Erfassung aller Klimaeffekte des Luftverkehrs;

2.  Neugestaltung der Flugplankoordination (Slotregelung)

Das heutige System der Flugplankoordination beruht auf der EU-Verordnung Nr. 95/93, die die Slotvergabe regelt. Sie stellt grundsätzlich ein geeignetes Mittel dar, um die nachhaltige Umgestaltung des Luftverkehrs zu steuern. Im Vordergrund einer neuen Slot-Politik der Europäischen Union steht der Schutz der Gesundheit der Menschen und der Umwelt. Dazu muss die Europäische Union in einer neuen Slot-Verordnung die folgenden Parameter vorgegeben:

▬Vollständiger Abbau aller Kurzstreckenflüge unter 600 km bis 2030;

— Damit die freiwerdenden Kapazitäten nicht für andere Strecken genutzt werden, werden die Slots jedes Jahr um 3% gekürzt;

▬Die nationalen Behörden werden verpflichtet, die Ausgestaltung der Flugpläne unter Berücksichtigung einer kontinuierlichen Reduzierung der Belastung der Anwohner durch Fluglärm nach entsprechenden Lärmminderungsplänen vorzunehmen;

▬Der Flugbetrieb ist so zu organisieren, dass jeder Flughafen 8 Stunden strikte Nachtruhe einhalten kann;

▬Missbräuchliche Nutzung von Slots (z.B. regelmäßige Verstöße gegen die Nachtflugbestimmungen) führen zum Entzug der Flugrechte.

3.  Absenkung der Grenzwerte

Auch in Zukunft werden wir durch Viren gefährdet werden. Umso wichtiger ist es, die Schwächung des Immunsystems durch Umweltbelastungen zu reduzieren. Deshalb:

▬Die Lärmgrenzwerte müssen, orientiert an den Erkenntnissen der Lärmwirkungsforschung abgesenkt werden;

▬Die Grenzwerte für NOx und Feinstaub müssen gesenkt werden, damit diese das gesundheitlich vertretbare Risikoniveau berücksichtigen;

▬Für Ultrafeinstaub (PM 0,1) sind europäische Grenzwerte festzulegen, die an den Empfehlungen der Gesundheitswissenschaft ausrichtet sind. Bis dahin gilt das Minimierungsgebot.

4.  Umbau der Luftverkehrswirtschaft in Europa

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten einer Reihe von Fluggesellschaften haben ihre Ursache nicht in den Corona-Krise, sondern sie gehen auf die ruinöse Konkurrenz und nicht-nachhaltige Geschäftsmodelle zurück. Die Krise muss deshalb der Ausgangspunkt für eine Transformation der Luftverkehrswirtschaft in Europa werden.

▬Rettungsbeihilfe und staatliche Beteiligungen an Luftfahrtgesellschaften dürfen nur unter der Voraussetzung geben werden, dass diese ein nachhaltiges Geschäftsmodell vorlegen, das auch im Rahmen der unter Ziff. 1-3 genannten Bedingungen existenzfähig ist;

▬Die nationalen Regierungen sollen die Krise nutzen, um eine weitere Marktbereinigung und Konsolidierung des Luftverkehrsmarkts zu forcieren. Dies sollte einher gehen mit dem Aufbau einer europäischen, global konkurrenzfähigen Fluggesellschaft, deren Fundament die Lufthansa sein könnte.

25.04.2020 – Bundesvereinigung gegen Fluglärm

Mitgliederinformation Mai 2020

Homepage

Es ist endlich soweit – unsere Homepage ist am Netz.
Bitte besuchen Sie uns unter www.flsr.de

Wir danken Herrn Heppener für die zahllosen Stunden, die er in die Erstellung der Homepage und die Abstimmung mit uns investiert hat.
Jetzt sind wir an der Reihe, denn es fehlt nur noch etwas Inhalt und ein wenig Feinschliff. Wir bitten daher alle Mitglieder, Vorschläge zur Ergänzung des Inhaltes der Webseite zu machen oder besser noch, Beiträge zur Einstellung dem Verein zur Verfügung zu stellen.
Gesucht werden auch Mitgliederinnen / Mitglieder, die Spaß daran hätten, gemeinsam mit uns die Seite zu pflegen.

Flugroute über dem Königsforst

Wie in der Mitgliederversammlung im November letzten Jahres vorgestellt, hat die DFS die Flugroute über dem Königsforst in 2018 verändert.

Dadurch kam es in 2019 zu einer signifikanten Erhöhung des Dauerschallpegel Leq3 um 6,1 dB tags und 4,9 dB nachts im Ortsteil Kleineichen (siehe Webseite „Lärmentwicklung“).  Die Auswirkungen auf Forsbach sind weniger dramatisch. Das Vorgehen der DFS ist völlig unprofessionell und juristisch angreifbar, weil jede Änderung der Flugroute mit den betroffenen Kommunen in der Fluglärmkommission vorher abzustimmen ist. Mehr noch, die DFS hat den 2008 in den Konsensgesprächen mühsam errungenen Wegepunkt DK 39 einfach entfallen lassen. Seit der Bürgerveranstaltung im Oktober 2019 in Kleineichen, in der die DFS versicherte dies schnell wieder ändern zu wollen, sind nun fast 7 Monate ergebnislos verstrichen.

Der BV unterstützt daher die Interessensgemeinschaft Fluglärmschutz Kleineichen in ihren Bemühungen, dies nicht auf sich beruhen zu lassen und ggf. auch juristisch aufarbeiten zu wollen. Wir haben daher, gemeinsam mit der IG, Vorgespräche mit den Fraktionsvorsitzenden der CDU, DIE GRÜNEN, SPD, und FDP mit dem Ziel geführt, dass die Stadt Rösrath die Forderung zur Rückverlegung der Flugroute gegenüber der DFS unmittelbar erhebt und dies auch unter Androhung von Rechtsmitteln befördert. Der Rat der Stadt hat dies am 11. Mai in seiner Ratssitzung mit überwältigender Mehrheit beschlossen.

Kooperation mit betroffenen Bürgern aus anderen Kommunen

Die massiv verstärkte Nutzung der Königsforst Route in 2019 vor allem nachts (siehe hierzu auch unsere Webseite), hat zu massiven Beschwerden auch in den Anrainerkommunen Bergisch Gladbach (hier die Ortsteile Refrath, Bensberg, Herkenrath), Overath und Kürten geführt.

Unser Verein unterstützt diese Initiativen. Ziel ist eine gemeinsame Vorgehensweise aller Königsforstanrainer gegen den Nachtflug. Erste Gespräche mit den Kandidaten für das Bürgermeisteramt von Bergisch Gladbach Herrn Buchen und Herrn Stein wurden geführt. Weitere sollen folgen.

Planfeststellungsverfahren des Flughafens

Während der öffentlichen Anhörung zum Planfeststellungsverfahren im Sept. 2018, wurden seitens des Rechtsanwaltes der Lärmschutzgemeinschaft Köln/Bonn (LSG) erhebliche Zweifel an der Qualität des dem Planfeststellungsantrag zugrunde liegenden Gutachten zu den gesundheitlichen Risiken des Fluglärms durch Prof. Penzel, geäußert. Inzwischen liegt eine kritische Stellungnahme zu besagtem Gutachten von den Herrn Prof. Maschke und Prof. Greiser vor. Sie kann auf Anfrage kostenlos übermittelt werden.

Gegenstand des Planfeststellungsantrages war u.a. der Neubau eines Hotels „landseitig“ vor dem Flughafenterminal. Inzwischen hat der Flughafen entschieden den Hotelneubau vorzuziehen, also den Planfeststellungsbeschluss nicht abzuwarten. Da es sich u. E. um ein umweltrelevantes Großprojekt handelt, wurde die Stadt Köln seitens LSG um Planeinsicht ersucht.

Gemeinnützigkeit des Vereins

Anfang diesen Jahres wurde uns seitens der Finanzverwaltung eine satzungskonforme Führung des Vereins bestätigt. Wir sind weiterhin befugt, Zuwendungen auf entsprechenden Vordrucken selbst zu bestätigen. Weiterhin sind wir für die Jahre 2016-2018 von der Körperschaft- und Gewerbesteuer befreit.

Abschließend nochmals den Bogen zur Homepage. Wir wollen künftig alle wichtigen Informationen an unsere Mitglieder und Dritte über unsere Webseite öffentlich machen. Separate Informationen wie diese sollen entfallen. Lediglich die Einladung unserer Mitglieder zur Mitgliederversammlung erfolgt weiterhin schriftlich.

Stand 15.5.2020

 
 

BV flsr übergibt den Fraktionen einen Forderungskatalog zur Lärmminderung

Der BV flsr hat den Fraktionen CDU, SPD, DIE GRÜNEN und FDP im Rat der Stadt Rösrath , einen Forderungskatalog zur Minderung des nächtlichen Fluglärms übergeben. Dies erfolgte im Rahmen der Gespräche mit der IG Fluglärmschutz Kleineichen und den Fraktionsvorsitzenden Schönberger, Mau, Schulze und Pregler am 25. Und 28. April 2020. Die Forderungen richten sich an die politischen Vertreter (Ratsmitglieder) und Parteivorsitzenden der Kommune. Die Fraktionsvorsitzenden wurden aufgefordert, sich in einer Interessengemeinschaft mit den Nachbarkommunen Bergisch-Gladbach, Overath, Kürten, Lindlar und Engelskirchen zusammen zu schließen, um somit bei Landes – und Bundesvertretern(Parteien, Gremien, Ministerien) ein höheres Gewicht zu erreichen. Der BV sucht ebenfalls Verbündete in den o.g. Kommunen.

BV flsr unterstützt Bürgerantrag der IG Kleineichen

Mitteilung vom 4.5.2020

Der BV flsr unterstützt den Bürgerantrag (Anregungen und Beschwerden gem. § 24 der GO NRW) der IG Fluglärmschutz Kleineichen an die Stadt Rösrath, eine Verwaltungsklage gegen DFS (Deutsche Flugsicherung) zu führen.

Der Grund ist das eigenmächtige und vorschriftswidrige Handeln der DFS. Sie hatte im Juni 2019 den Wegpunkt DK 39 für startende Flugzeuge über die Königsforstroute entfallen lassen und zwar ohne Konsultation der Fluglärmkommission (FLK). Dadurch ergab sich ein signifikanter Anstieg der Lärmbelastung in Rösrath Kleineichen. Der Leq3 stieg im Jahr 2019 um 6,1 dB tags und 4,9 dB nachts.

Der nunmehr entfallene Wegpunkt, war wesentlicher Bestandteil der Ergebnisse der Konsensrunden aller Königsforstanrainerkommunen in 2007/2008.

Leserbrief des BV flsr an den Kölner Stadtanzeiger. Erscheint 2,5 Monate später in inhaltlich geänderter Form. Leserbrief Wildwest über dem Königsforst und dem Bergischen Land Im Ortsteil Forsbach der Stadt Rösrath ist es in diesem
BV flsr fordert Auskunft von der DFS über Details zur Routenänderung über dem Königsforst. Massive Zunahme der Nutzung der Startbahn 32 R, auch bei Rückenwind und Abflügen zu Zielen nach Westen. AnDFS Deutsche Flugsicherung GmbHHerrn