Wiki Fluglärm

Verzeichnis der wichtigsten verwendeten Begriffe

Begriff

Erläuterung/Mitteilung

Quelle/Link

Betriebsgenehmigung

Der Flughafen Köln/Bonn verfügt über eine gültige 24/7 Betriebsgenehmigung. Dies bedeutet, dass auf dem Flughafen Köln/Bonn rund um die Uhr ganzjährig gestartet und gelandet werden darf. Jedoch unterliegt der Flugbetrieb gewissen Einschränkungen insbesondere in den Nachtstunden von 22:00 Uhr bis 06:00 Uhr. In dieser Zeit dürfen nur sogenannte Bonus-Listenflugzeuge starten, welche auf der Bonusliste des Bundesverkehrsministeriums veröffentlicht sind.

Zudem finden alle Flugbewegungen, ob Starts oder Landungen, auf der Basis des durch das „Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW“ der Flughafen Köln/Bonn GmbH erteilten luftrechtlichen Genehmigung statt. Diese Genehmigung wird einem zivilen Verkehrsflughafen nur dann erteilt, wenn ein entsprechender Bedarf bzw. eine entsprechende Nachfrage nachgewiesen sind. Der Flughafen Köln/Bonn wird demzufolge als eine wichtige und notwendige Infrastruktureinrichtung des Landes NRW gewertet, welcher ökonomisch, geographisch und logistisch im Zentrum von Europas stärkster Import-Export-Region NRW liegt.

Aus luftrechtlicher Sicht besteht somit nicht nur eine Betriebsgenehmigung, sondern vor allem eine Betriebspflicht, welche von uns als Flughafenbetreiber zwingend zu erfüllen ist.

Beschwerdestelle des Flughafens

Betriebsrichtung

Die Betriebsrichtung wird grundsätzlich von der Deutschen Flugsicherung in Köln festgelegt und ist von der Windrichtung abhängig.

Hierbei ist zu beachten, dass in erster Linie nicht die Windverhältnisse am Boden, sondern in höheren Luftschichten maßgeblich sind.

Hier stehen Piloten und DFS in Kontakt. Meldet ein Flugzeugführer dem Tower, dass die Windverhältnisse in höheren Luftschichten stark von den Windverhältnissen am Boden abweichen, wechselt die DFS in Köln bei Bedarf die Betriebsrichtung.

In den Nachtzeiten wird jedoch nur dann die Betriebsrichtung gewechselt, wenn keine andere Möglichkeit mehr besteht. Diese Praxis wird angewendet, um die Fluglärmbelastung am Boden für die angrenzenden Anwohner so gering wie möglich zu halten und wurde so von der Fluglärmkommission beschlossen.

Beschwerdestelle des Flughafens

Bonusliste

Anhang zur Neuregelung der Nachflugbeschränkungen auf den Verkehsflughafen Köln/Bonn

Fluglärmkommission (FLK)

Die Fluglämkommission ist die Kommission die nach § 32b des LuftVG für jeden Flughafen einzusetzten ist. Sie tagt mehrmals pro Jahr unter der Leitung eines Obmann/frau.

Flughöhe

Für den Abflug gibt es keine “zu niedrigen” Flughöhen. Im An- und Abflug sind die Sicherheitsmindesthöhen gem. Luftverkehrsrecht ausgesetzt. Es gibt lediglich eine Vorschrift für den Betrieb von Luftfahrzeugen die besagt, dass die Steigrate mind. 200 Fuß (ca. 60m) / Nautische Meile betragen muss. D.h.: um eine Flughöhe von 2000 Fuß (ca.600 m) zu erreichen, hat der Pilot eine Strecke von 10 NM (18,52 km) zur Verfügung. Das wird i.d.R. von allen gängigen Luftfahrzeugen eingehalten, auch unter maximaler Beladung.

Beschwerdestelle des Flughafens

Flugzeugtypen im Frachtflug

Betreffend der Flugzeugtypen Boeing 747-400 und MD 11 kann ich Ihnen mitteilen, dass hier speziell FedEx den größten Teil der Flotte auf Boeing 777 umgestellt hat. Auch UPS hat und wird weiterhin diverse „ältere Modelle“ nach und nach austauschen. Wichtig ist aber zu wissen, dass auf dem Flughafen Köln/Bonn nur sogenannte Bonuslistenflugzeuge in der Nacht operieren dürfen, welche auf der Bonusliste des Bundesverkehrsministeriums für besonders lärmarme Flugzeuge stehen. Dazu gehören derzeit auch die vorgenannten Flugzeugtypen. Aus rechtlicher Sicht haben wir daher nicht die Möglichkeit diese Flugzeugtypen bei „uns“ zu verbieten. Lediglich leichte Erhöhungen der Landeendgelte sind uns gestattet.

Beschwerdestelle des Flughafens

Frachtflug, nächtlicher

Der nächtliche Frachtflugverkehr am Flughafen Köln/Bonn orientiert sich an der weltweiten Logistikkette, welche einen nächtlichen Flugbetrieb notwendig macht.

Entscheidend hierfür ist das globale Verbraucherverhalten im Privat -und Wirtschaftsbereich, welche den Frachttransport innerhalb von 24 Stunden weltumspannend nötig macht. Dies kann nur mit einem nächtlichen Frachtflugverkehr gewährleistet werden, auch wenn dieser um ein vielfaches kostenintensiver als ein Betrieb zu den Tageszeiten ist. Viele sind der Meinung, dass wir als Flughafenbetreiber Einfluss auf die Lande und Startzeiten nehmen können. Aufgrund unserer 24/7 Betriebspflicht ist dies aber nur sehr eingeschränkt möglich. Denn wir dürfen aus Gründen des freien Wettbewerbs nicht in die Logistik der Frachtflugunternehmen und somit auf die Start -und Landezeiten eingreifen. Eine Umverteilung der Frachtflüge von der Nacht in den Tag ist uns somit rechtlich nicht gestattet. Frachtflüge welche nicht an dieser engen Logistikkette gebunden sind, finden in den Tagesstunden statt.

Beschwerdestelle des Flughafens

Köln/Bonn 2030

Köln/Bonn wurde von der Initiative “Bürger gegen den Nachtflug” im Sommer 2020 ins Leben gerufen. Die Initiative von Bürgern aus Kommunen entlang der Königsforstroute und dem BV flsr verfolgt das Ziel, eine vorzeitige Verlängerung der Nachtfluggenehmigung ohne Bedingungen über das Jahr 2030 hinaus, zu verhindern. Mehr noch- sie hat sich das Ziel gesetzt, eine Verlängerung der Nachtfluggenehmigung im Dialog zwischen wirtschaftlichen Interessen des Flughafens einerseits und Anliegerinteressen andererseits zu gestalten. Sehen Sie dazu auch unsere Berichte unter Aktuelles auf diese Homepage zum Anschreiben an die Bürgermeisterkandidatinnen und Kandidaten, deren Antworten und die Initiative an die FLK.

L eq

Eqivalenter Dauerschallpegel

Nachtfluggenehmigung

Der Begriff “Nachtfluggenehmigung” ist nicht ganz korrekt,  folgt man dem Erlass des Verkehrministeriums NRW vom 14.8.1997. Der Erlass ist beschönigend mit “Neuregelung der Nachflugbeschränkungen auf dem Verkehrsflughafen Köln/Bonn” überschrieben und besteht aus 11 Punkten sowie der sog. Bonusliste im Anhang

Lärmgrenzwerte

Lärmgrenzwerte , also maximale Lärmpegel die zur Erhaltung der Gesundheit des Menschen nicht überschritten werden dürfen, existieren nicht. Das Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm, regelt bauliche Nutzungsbeschränkungen und baulichen Schallschutz zur Vermeidung erheblicher Belästigungen durch Fluglärm. Dies erfolgt über die Festsetzung von Schallpegelwerten für Lärmschutzbereiche, sog. Schutzzonen für Tag und Nacht entsprechend definierter äquivalenter Dauerschallpegel Leq und Maximalpegel Lmax. Eine Überarbeitung des Gesetzes ist seit Jahren überfällig!

LEG = Leitlinienentwicklungsgruppe der WHO

 

 

 

 

 

 

Leitlinie der WHO für Umgebungslärm für die Europäische Region, Zusammenfassung in Deutsch

Details aus Environmental Noise Guidelines for the EU -Aircraft Noise-     engl.  version

Planfeststellung

Planfeststellung ist ein Begriff aus dem Planungsrecht. Relevant für das Thema Fluglärm wird er durch die beabsichtigten (und erfolgten) baulichen Erweiterungen des Flughafens. Sie müssen entsprechend dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Münster in einem Planfeststellungsverfahren bewertet und ggf. ihre Verträglichkeit mit anderen Rechtsgütern abgewogen und qua Rechtsetzung geregelt werden.

Toleranzen

Die Toleranz im Geradeausflug zur jeweils rechten und linken Seite der Ideallinie beträgt 1Nm (Nautische Meile:  1Nm = 1,852km). An Abdrehpunkten sind die Toleranzen unter Berücksichtigung von flugphysikalischen Aspekten entsprechend großzügiger dimensioniert.

Grundsätzlich gilt, dass die Einhaltung der Flugrouten bzw. der Abflugtoleranzen zwingend ist und von der Flugverkehrskontrollstelle (DFS) vorgegeben und kontrolliert wird. Der Luftfahrzeugführer darf dieses Flugerwartungsgebiet nur auf Anweisung oder Freigabe der Flugsicherung verlassen z.B. um Gefahren für den Luftraum abzuwenden.

Beschwerdestelle des Flughafens

22 Punkte-Katalog

Der Begriff stammt vom Entschließungsantrag 12/1078 von SPD und Grünen aus dem Jahr 1996 (12. Wahlperiode). Er wiurde im VA beraten und beschlossen. Alle Details entnehmen Sie der Anlage